Sei kein Schlaffi: Warum guter Schlaf so wichtig ist!

Träume und Traumphasen sind wichtig im Schlaf.

Es gibt kaum etwas Nervigeres als eine Nacht ohne ausreichend langen oder guten Schlaf. Der kommende Tag wird mental zu einer brutalen Herausforderung, weil Konzentration, Durchhaltevermögen und Präzision fehlen. Die Schatten unter unseren Augen zeigen jedem, der genau hinschaut, dass wir dringend erholungsbedürftig sind. Alles fällt uns schwer, kaum etwas macht Spaß – hoffentlich ist der Tag bald vorbei, damit wir endlich Schlaf nachholen können. Hoffentlich!

Der Schlaf ist viel mehr als nur im Bett liegen. Guter Schlaf ist wichtig für die Gesundheit.

Was genau passiert, während wir schlafen

Zum einen sparen wir natürlich Energie. Wobei sich ärztliche Studien und Mathematik decken. 35 Prozent Energie-Ersparnis haben die Experten in Studien nachgewiesen – klar, denn wir schlafen ungefähr ein Drittel des Tages.

Die weniger verbrauchte Energie muss nicht durch Essen zugeführt und damit nicht besorgt (gejagt) werden. Das zeitweise Abschalten hielten Forscher lange Zeit für den einzigen Sinn des Schlafens. Doch spätestens seit die Forschung unterschiedliche Phasen des Schlafes entdeckte, ist klar, dass viel mehr passiert.

Tiefschlaf- und Traumphasen wechseln sich ab, ungefähr im 90-Minuten-Rhythmus. Wobei lediglich in den Tiefschlafphasen nahezu alle Körperfunktionen ruhig gestellt sind. In den Traumphasen arbeitet unser Gehirn hingegen auf Hochtouren. Das zeigt sich durch das Rapid-Eye-Movement (REM) – das schnelle Bewegen der Augen hinter den geschlossenen Lidern.

Die Schlafexperten sind sicher, dass in diesen REM-Phasen quasi die Aufräumarbeiten im Gehirn durchgeführt werden. Messungen zeigen, dass sich während des Schlafs der Zellabstand im Gehirn vergrößert, um Giftstoffe besser entsorgen zu können.

Doch auch emotional muss alles sortiert werden, was passiert ist. Der Schlaf hilft dem Gehirn, wichtige von unwichtigen Erinnerungen zu unterscheiden, und die wichtigen Erinnerungen (meist) so abzulegen, dass sie uns helfen, künftige Herausforderungen besser zu bestehen.

Ein Beispiel: In der Nacht nach einem Unfall sortiert unser Gehirn im Idealfall, wie viel Angst übrig bleiben soll, um in einer ähnlichen Situation als Warnung zu dienen. Und wie viel des Schreckens quasi als Anekdote abgespeichert wird, damit wir nicht dauerhaft im Panikmodus bleiben. Der Volksmund sagt nicht von ungefähr: “Da muss man mal eine Nacht drüber schlafen.”

Auch das Gewichtsmanagement hängt mit ausreichender Nachtruhe zusammen. Das Hungerhormon Ghrelin, das den Appetit ankurbelt, wird logischerweise im Schlaf reduziert. Doch bei zu wenig oder unregelmäßigem Schlaf kann es zu erhöhten Ghrelin-Auschüttungen kommen. Das heißt: Wir haben Hunger, obwohl unser Körper gar kein Essen braucht.

Wie wir für guten und ausreichend langen Schlaf sorgen können

– Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Eine feste Zeit zum Schlafengehen hilft genauso wie eine auf den persönlichen Bedarf angepasste Länge der Ruhezeit. Pi mal Daumen sieben bis neun Stunden für Erwachsene werden empfohlen. Aber was für Dich persönlich richtig ist, weißt im Endeffekt nur Du.

– Dunkelheit fördert, Helligkeit hemmt die Produktion des körpereigenen Schlafhormons Melatonin. Die meisten Menschen können bei Temperaturen zwischen 14 und 18 Grad sowie ausreichender Belüftung des Schlafzimmers am besten abschalten. Genau darum geht es ja. Abschalten.

Drei schlafende Hunde
Wir alle wissen: Schlafende Hunde soll man nicht wecken – drei schon gar nicht1

– Dazu gehört auch die richtige Schlafgelegenheit, sprich das richtige Bett. Eine zu weiche Matratze oder das falsche Kissen können den Schlaf stören.

– Rituale helfen, um aus der Hektik des Tages in die Ruhephase einzutreten. Das berühmte Glas warme Milch oder ein paar Seiten lesen. Ein Tipp, der altmodisch klingt, aber wichtig ist: Lege das Smartphone rechtzeitig aus der Hand. Die Fixierung auf den hellen, kleinen Bildschirm hält unser Gehirn wach.

– Nikotin, Alkohol und Schweinebraten bitte weglassen. Wer kurz vor dem Schlafengehen seinem Körper noch Konsumgifte zuführt oder sich den Bauch vollschlägt, kann ziemlich sicher mit einer schweren Einschlafphase oder unruhigem Schlaf rechnen. Auch Kaffee oder Cola ist wegen des enthaltenen Koffeins nicht besonders schlau als Betthupferl …

Was tun, wenn Infos und Tipps nicht helfen

Ein Allheilmittel für guten Schlaf gibt es nicht. Laut einer Forsa-Umfrage aus dem Jahre 2018 leiden 35 Prozent aller Deutschen unter Schlafproblemen. 15 Prozent davon sogar täglich. Aber weniger als die Hälfte der Betroffenen sucht ärztliche Hilfe.

Guter Schlaf steigert die Lebensqualität und die Leistungsfähigkeit. Deshalb hier die große Bitte, eventuelle Probleme nicht zu ignorieren. Sprich mit Deinem Arzt darüber.

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