Unisport: Wo das Herz der TU Kaiserslautern ganz laut schlägt!

Training unter freiem Himmel und mit viel Spaß auf dem Spinningrad.

Im Restaurant Unique, mitten in Kaiserslauterns Universitäts-Viertel, kann man es sich richtig gutgehen lassen. Leckeres Essen mit leichtem indischen Flair – montags ist trotzdem Burger-Tag! – sowie Weine vom Kult-Winzer Markus Schneider aus Ellerstadt sorgen für körperliches Wohlbefinden. Und wenn das alles mal auf den Hüften landet, ist die Lösung nur 22 Treppenstufen entfernt.

Denn über dem Unique beginnt ein faszinierendes Reich namens Unisport – die Heimat des Sportbetriebs der Technischen Universität der Barbarossa-Stadt. Ein Reich, das weit über das großzügige Fitness-Center Unifit direkt über dem Unique hinausgeht. Natürlich ist dieser Tempel der Trainingsgelegenheiten mit seinen über 50 Kursangeboten beeindruckend, doch draußen geht der Unisport mit einem perfekt gepflegten Fußballfeld inklusive Leichtathletikbahn und mehreren Gebäuden – inklusive der Uni-Sporthalle für bis zu 2000 Zuschauer – noch weiter.

Insgesamt summiert sich das auf über 80 Sportarten. Dazu kommen Outdoorsport-Freizeiten, Wettkämpfe, Events und, und, und!

Jeder Meter, jeder Blick macht Spaß auf Sport, Lust auf Schweißvergießen. Hier könnte ein etablierter Profiverein locker seinen ganzen Betrieb abwickeln. Doch genau das ist nicht der Sinn und Zweck des Unisports. Auch wenn Spitzenleistungen keinesfalls verboten sind, auch wenn hier immer wieder tolle Karrieren begründet oder gefördert werden – hallo, Bahnrad-Teamsprint-Olympiasiegerin Miriam Welte! -, die Breite und Tiefe sind viel wichtiger.

Und das Herz.

Jung und alt, nah und fern – beim Trainieren rückt alles zusammen

Die Herzlichkeit und Verbundenheit, die der Sport fördert. Das Überspringen aller Grenzen und Trennlinien. Dort, wo gemeinsam Sport getrieben wird, finden sich jung und alt und der Jahrgang spielt keine Rolle mehr. Geschlechter und diverse Lebensentwürfe kommen zusammen, rücken zusammen. Nationalität und Status sind nicht mehr wichtig. Und Diskussionen über Farben gibt es höchstens bei den Outfits. So wie es eben sein soll.  

Hier drüben an der großen Fensterfront ballert gerade ein Modellathlet aus dem American-Football-Team an den Gewichten. Dort drüben helfen sich zwei indisch aussehende junge Frauen bei Bauchmuskelübungen. An der Theke tankt ein älteres Semester mit einem Fruchtsaft auf, nachdem er gerade eine schier endlose Etappe auf dem Cardio-Bike absolviert hat.


Unifit-Leiterin Kathrin Wenzel fasst das Gewusel zusammen: „Unser Slogan heißt: Home is where your heart beats. Dein Zuhause ist dort, wo Dein Herz schlägt. Und die Bedeutung dieses Satzes ist uns während der Pandemie erst so richtig bewusst geworden.“

„Unser Uni-Campus mit seinen Studiengängen lockt Menschen aus allen Ecken der Welt in die Pfalz, hier nach Kaiserslautern. Jeder kommt und bringt natürlich etwas mit. Seine Kultur und seine Träume. Das, was ihn definiert, und das, was er erreichen will. Man sieht sich dann in den Vorlesungen, in den Seminaren, beim gemeinsamen Pauken oder beim Tutoring. Doch hier beim Unisport lernen sich diese ganzen Menschen dann wirklich kennen.“

Gänsehaut. Und einfach wahr.

Sport ist der große Gleichmacher und manchmal vielleicht auch der kleinste gemeinsame Nenner. Aber Sport hat eine magische Kraft. Du siehst dem Typen, der dir eben noch ein bisschen fremd war, beim Training oder Wettkampf zu. Du vergleichst und wertest. Dann schaust Du Dir vielleicht eine Übung, eine Bewegung oder eine Schlagtechnik ab. Und plötzlich trainiert ihr beide gemeinsam.

Von A wie Akrobatik und Adventure Camp über R wie Roller Derby bis Z wie Zouk

Bingo. Hunderttausendmal passiert – auch wenn das Wort „Völkerverbindung“ sperrig daherkommt. Genau so passiert es. Und das ist gut so!

Der Input der Studis aus nah und ganz weit weg wird natürlich aufgenommen und macht das Angebot im Unisport-Bereich einzigartig. Vielfältig, exotisch und – ja, klar – auch ein bisschen verrückt. Von A wie Akrobatik und Adventure Camp über I wie Irish Dance und R wie Roller Derby bis hin zu Z wie Zouk.

Was? Du kennst Zouk nicht? Also bitte! Weiß doch wirklich jeder, dass Zouk eine Tanzsportart mit Wurzeln in der Karibik und Brasilien ist. Die langsame Version stammt aus Rio, die schnellere ähnelt dem Lambada. Und, nein, sie heißt nicht D-Zouk – flache Wortwitze haben Hausverbot. (Hier geht es zum Zouk-Video.)

Das Unisport-Programm von A bis Z.
Hier findet jeder seinen Sport: Das Kursprogramm von A bis Z.

Gelacht wird beim Unisport auch so genug. Nicht zuletzt in den Lachyoga-Workshops – die gibt es wirklich. Kathrin Wenzel: „Oft ist der Sport und das Training sehr nach außen gerichtet. Weil jeder auch zeigen will, was er kann. Beim Lachyoga geht der Fokus nach innen. Da sitzt dann eine Gruppe zusammen und sucht gemeinsam nach dieser befreienden Emotion des Lachens.“ Den Rest kann sich jeder gut vorstellen, der sich schon mal von Gelächter hat anstecken lassen.

Schlussendlich steckt im Lachyoga also genau das drin, was draufsteht. Entspannung des ganzen Körpers unter geübtem Gebrauch von Muskeln – Lachmuskeln eben!

Seit 1970 gibt es die TU in Kaiserslautern. Richtig ausgebaut wurde der Unisport in den vergangenen gut 15 Jahren. Unter Professor Helmut Schmidt als Präsident gewann die aus den USA bekannte und dort intensiv gelebte Idee, Sport im Campus forcieren, immer mehr an Gewicht. Sein Nachfolger Arnd Poetzsch-Heffter setzt das gerne und engagiert fort.

Schon beeindruckend: Diplom-Sportlehrer Thomas Woll übernahm den Unisport als Leiter im Jahr 2005 und begann mit der Stellenanzahl „2“ – er plus Sekretariat. Heute sorgen 35 Hauptamtliche, fast 100 Studentische Mitarbeiter und 200 Übungsleiter (Vor-Corona-Zahlen) dafür, dass alles funktioniert, dass der ganze Trubel auch Sinn macht.

6000 bis 7000 Nutzer pro Monat – von Studierenden für Studierende

Und dabei wächst und schillert und richtig, hey, Großstadt-Power ausstrahlt. Ist ja auch wichtig an einer Uni mit über 15.000 Studierenden, von denen sich zwar rund 3500 im Fernstudium bilden, die anderen aber am Campus anwesend sind.

Bastian Merz, fürs Marketing des Unisports zuständig, nennt die eindrucksvollste aller TU-KL-Zahlen: „Circa 30 Prozent der Präsenz-Studierenden sind nicht aus Deutschland. Wir haben große Kontingente aus Asien und aus Indien, aber auch aus zig anderen Ländern hier vor Ort. Für sie, gemeinsam mit den deutschen Studis, alle diesen Treffpunkt anzubieten – und zwar so attraktiv wie es nur geht – , das ist die Motivation für unser Team. Von Studierenden für Studierende“

In der Spitze für 6000 bis 7000 Nutzer pro Monat. Studis, Uni-Personal und Gäste.

Wenn am 25. Oktober die Vorlesungen beginnen – vermutlich Corona-bedingt als Hybrid-Modell mit teils Präsenz- und teils Online-Studium – wird das wieder deutlich werden. Dann kommt mit dem Anfängerkurs Lacrosse wieder mal etwas dazu, das seine Wurzeln nicht unbedingt im Pfälzerwald hat, aber woanders (Kanada, Nordosten der USA) extrem populär ist. Weil es nie schadet, Neues zu lernen. Um die Welt ein bisschen besser zu verstehen.

Ab Semesterbeginn ist dann wieder richtig Bambule in diesem Reich, das mit dem Unifit beginnt und den ganzen Kaiserslauterer Unisport umfasst. Und wenn dann unten im Restaurant Unique, nur 22 Treppen entfernt, die Gläser klirren – dann kann das auch daran liegen, dass oben grade der Spinning-Kurs zum letzten Massenspurt ansetzt!

Hier geht es zu den Infos über Mitgliedschaften und Preise.

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