TuS 04 Dansenberg: Die GYMPER-Handballer hoffen auf den Aufstieg

Dansenbergs Kapitän Sebastian Bönig beim Wurf.

133 Meter hoch in den Himmel über Kaiserslautern ragt der Fernsehturm Dansenberg, 750 Meter entfernt von der Layenberger Sporthalle. Dort, wo derzeit die Dansenberger Handballer mit voller Intensität trainieren. Denn das Team um Kapitän Sebastian Bösing will ebenfalls hoch hinaus. Über die Aufstiegsrunde der dritten Liga soll es für den TuS 04 in die Zweite Bundesliga gehen.

Es wird auf jeden Fall ein heißer Ritt, soviel steht fest. Die reguläre Saison fiel Corona zum Opfer. Nur 14 von 72 Teams bewarben sich für die Aufstiegsrunde, spielen ab 10. April in zwei Siebener-Gruppen mit anschließenden Play-offs um zwei Plätze an der Sonne. Dansenberg muss dabei erstmal in einer einfachen Runde (drei Partien zu Hause, drei auswärts) gegen Krefeld-Niederrhein, Hanau, Heilbronn-Horkheim, Willstädt, Pfullingen und Oppenweiler-Backnang unter die besten Vier kommen. Und dann warten zwei K.o.-Duelle in Hin- und Rückspiel.

„Zehn Spiele für den großen Preis“, beschreibt es Teammanager Alexander Schmitt, vertraut auf Cheftrainer Steffen Ecker und setzt auf das Gesetz der Serie. „Wir haben uns in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich jede Saison weiterentwickelt. 2019/20 waren wir Dritter. Also …“

Steffen Ecker, der Trainer der Dansenberger Handballer, an der Seitenlinie in Aktion.
Cheftrainer Steffen Ecker führt die Dansenberger Handballer in die Aufstiegsrunde.

Also diesmal Erster oder Zweiter, soll das heißen. So heiß die “Dooseberjer Jungs” auch sind, Schmitt stellt klar: „Wir wollen aufsteigen, aber wir müssen es nicht. Wir haben nicht den Megadruck einiger anderer Teams.“ Für ihn ist klar, dass die Psyche eine entscheidende Rolle spielen wird. „Sechs Partien bis zum ersten Cut, das ist ein wilder Sprint!  Das erste Spiel am 10. April zu Hause gegen den TV Willstätt muss gewonnen werden. Wenn wir das schaffen, setzt das nochmal Extrakräfte frei.“

Das Zuspiel des Teammanagers nimmt Leitwolf und Kreisläufer Bösing gerne auf, beschwört dann den Geist von Dansenberg. „Ganz wichtig für uns ist, dass wir es als Privileg sehen, in Zeiten wie diesen überhaupt diese Aufstiegs-Runde spielen zu dürfen. Wir dürfen mit 15 Mann trainieren, spüren das Gemeinschaftsgefühl und genießen es – wohl wissend, dass fast alle anderen es wegen Corona leider nicht so erleben dürfen.“

Bösing, der mit der HSG Konstanz schon mal Zweitliga-Luft genoss, weiß, dass eine knackige Aufgabe wartet. „Wir haben eine junge, unbekümmerte Mannschaft. Ich glaube fest daran, dass wir auf jeder einzelnen Position sehr stark besetzt sind. Das müssen wir aber in zehn möglichen Spielen als Mannschaft auf die Platte bringen.“

Gut starten, Schwung aufnehmen, durchziehen bis zum großen Ziel. Der Kapitän mit der 24 auf dem Trikot ist ganz klar auch der Emotional Leader der Dansenberger. „Ich habe den Jungs gesagt, dass so eine Gruppenrunde mit anschließenden Play-offs sonst in Deutschland nur die Nationalmannschaft spielt. Bei WM, EM oder Olympia. Wir werden alles geben, um das zum Highlight unserer Karrieren zu machen.“

Als verschworener Haufen, der sich als Stadtteil-Klub auch gegen Teams mit vermeintlich besseren Voraussetzungen durchsetzen will. Ganz klar: Die Dansenberger Handballer hoffen auf den Aufstieg, peilen das große Zeil an. Gegen die Topfavoriten wie Ex-Zweitligist Krefeld oder – dann in den Play-offs den zehnfachen DDR-Meister Empor Rostock sowie Eintracht Hildesheim.

Eines ist Sebastian Bösing noch ganz besonders wichtig: „Auch wenn wir leider ohne Fans spielen müssen, unsere grandiosen und positiv verrückten Anhänger sind in unseren Herzen natürlich immer dabei.“ Sollte der Traum wahr werden, bestimmen die Corona-Bedingungen dann den Eskalationsgrad der Feier. Dabei ist es gut möglich, dass die “Dooseberjer Jungs” als Zweitliga-Aufsteiger auch sozial distanziert den Fernsehturm zum Wackeln bringen.

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