Radsport-Tipps von Deutschland-Tour-Coach Johannes Fröhlinger: Die Champs Élysées kann jedermann fühlen!

Radsportler auf der Avenue des Champs Élysées in Paris, im Hintergrund der Triumphbogen.

Johannes Fröhlinger kennt die große Radsportszene in- und auswendig. 14 Jahre lang war der heute 36-Jährige als Profi im Sattel, startete 15-mal in den Grand Tours (Tour de France, Giro d’Italia, Vuelta) – und erreichte 14-mal das Ziel. Einen Namen machte sich der gebürtige Gerolsteiner als guter Bergfahrer, aber noch mehr als klassischenr Helfer im Team. Also einer, der die Mannschaft auch in harten Zeiten zusammenhält, dafür sorgt, dass die Taktik der Teamleitung umgesetzt wird und dass die Stars alle Unterstützung bekommen, die sie für Siege oder Top-Platzierungen brauchen.

Ein Teamplayer ist er also, durch und durch – und gierig darauf, sein Radsport-Wissen an die nächste Generation weiterzugeben. So hilft er bei der Deutschland Tour (26. bis 29. August) den 3000 Teilnehmern der Jedermann-Wettbewerbe mit Trainingsplänen und Profitipps. Als Official Supplier der Deutschland Tour nutzt GYMPER by Layenberger sehr gerne Fröhlingers geballte Kompetenz. Wir sprachen mit ihm über die Faszination Radsport. Also rauf in den Sattel, rein in die Pedale und los geht die spektakuläre Fahrt.

GYMPER Herr Fröhlinger, wir sind bereit und sehr neugierig. Nehmen Sie uns bitte mit zum emotionalsten Moment ihrer langen Karriere. Was genau war der Höhepunkt?

Johannes Fröhlinger Das ist eigentlich leicht zu erraten und hört sich vermutlich auch ein bisschen kitschig an: Aber der Moment, als Radprofi nach knallharten drei Wochen Wettkampf durchs wunderschöne Paris zu fahren, ist ein unfassbares Gefühl. Und dann kommt die Sekunde, in der du auf die Champs-Élysées einbiegst. Was dann in einem vorgeht, ist schwer zu beschreiben.

Schon haben wir Gänsehaut, bitte erzählen Sie weiter.

JF Da ist einerseits dieses Gefühl der Genugtuung und Zufriedenheit. Du gehörst beim größten Radrennen der Welt zu denen, die das Ziel erreichen. Das ist wie die Aufnahme in einer Bruderschaft der Gleichgesinnten. (lacht) Oder Gleichverrückten.

… wir sind still und hören einfach weiter zu …

JF Es sind ja einige Runden auf dieser prächtigen Straße zu fahren. Du hörst die Fans jubeln, in normalen Jahren eine Million Zuschauer, im Peloton gilt ein Nichtangriffspakt, bis die Vorbereitungen für den finalen Sprint beginnen, du kannst alles genießen – und für mich kam dann der Zeitpunkt, in dem mir klar wurde, was für ein Glückskind ich doch bin.

Im wahrsten Sinn des Wortes?

JF Es ist eine klassische Vater-Sohn-Geschichte. Mein Vater Heinz war immer ein begeisterter Radfahrer, ist allerdings nie bei Rennen angetreten. Die Faszination des Radfahrens hat uns verbunden. Da gibt es viele Erinnerungen bis hin zu einem Campingurlaub in den Pyrenäen und den Alpen – wir haben die Tour live gesehen und sind einzelnen Teile nachgefahren. Das war für mich der Auslöser, dann wirklich das Hobby meines Vaters als Beruf weiterzuführen.

Und der Papa kann hoffentlich dem Familiensport immer noch nachgehen?

JF (lacht) Natürlich, er wird erst 66 – da fängt das Leben bekanntlich erst an. Im Ernst: Er fährt immer noch sehr gerne Rad und mich freut das sehr.

Damit haben wir perfekt die Kurve bekommen zurück zu den passionierten Amateur-Radfahrern, jenen also, die Sie als Trainer und Tippgeber der Jedermann Tour im Rahmen der Deutschland Tour zur Seite stehen. Sagen Sie uns mal bitte die drei wichtigsten Dinge für den Amateur-Radsport. Die magischen Zutaten, die nicht fehlen dürfen.

JF Punkt 1 ist ganz offensichtlich. Ich appelliere an jeden, der oft in den Sattel steigt und intensiv in die Pedale tritt, sich unbedingt den Spaß daran zu bewahren. Gerade wenn sich die Kilometer ansammeln, dann ist es wichtig, sich immer wieder vor Augen zu halten, warum wir das machen. Dieses geniale Gefühl, aus eigener Kraft an frischer Luft unterwegs sein zu können und so Land und Leute zu genießen. Wenn ich das in mir trage, dann gibt es auch kein schlechtes Wetter.

Jetzt sind wir auf Punkt 2 gespannt.

JF Da muss ich scharf in die Kurve gehen, weil ich zur Schattenseite des Radsports komme – dass es zu Stürzen kommen kann und dass man sich mit dieser Gefahr auch aktiv auseinandersetzen sollte. Es ist sehr wichtig, den richtigen Umgang nicht nur mit dem Rad selbst zu erlernen, sondern sich auch mit Extremsituationen zu beschäftigen. Auch bei einem Missgeschick oder einem Sturz kann durch das richtige Verhalten der Schaden minimiert werden. Auch dafür sind Trainer da, um das anzusprechen und zu lehren.

Bleibt Punkt 3.

JF Da nehme ich dann wieder etwas Schönes. Ich kann nur jedem Radsportler empfehlen, die gesamte Palette auszunutzen. Also nicht nur auf dem Rennrad unterwegs zu sein, sondern auch mal mit dem Mountain Bike durch den Wald zu fahren. Oder aufs Crossbike oder gerne auch aufs Gravelbike zu steigen. Abwechslung wird heutzutage immer einfacher, professionelle Angebote, andere Räder auszuprobieren gibt es genug – und ich kann das  jedem, der gerne Rad fährt, nur ans Herz legen.

Kommen wir zur Jedermann Tour im Rahmen der Deutschland Tour. Sie betreuen die 3000 Teilnehmer, die entweder „55 Kilometer rund um Nürnberg“ oder „108 Kilometer durch die Fränkische Schweiz“ unterwegs sein werden.

JF Genau. Die kürzere Strecke ist für Einsteiger, kann sogar mit Tandems gefahren werden. Die längere Variante ist für die ambitionierten Hobbyfahrer. Da geht es in der Spitze dann schon ordentlich zur Sache.

Aber Sie müssen das ganze Teilnehmerfeld im Blick haben, sind Ansprechpartner und vielleicht auch Kummerkasten für alle.

JF Das bin ich sehr gerne, weil ich die Faszination des Radsports erleben durfte und sehr gerne weitergebe. Deshalb ist die Grundbotschaft an alle Fahrerinnen und Fahrer: Geht mit Spaß und Leidenschaft an die Sache heran. Als Anfänger ist sicher ungewohnt, in einem großen Feld mitzufahren. Aber das ist schnell gelernt, wenn alle ein bisschen auf den Nebenmann aufpassen. Dann kann man einen wunderschönen Tag auf dem Rad verbringen.

Johannes Fröhlinger in Aktion bei der Tour de France
Johannes Fröhlinger auf der 16. Etappe der Tour de France 2009 – eine von 15 Grand-Tours-Teilnahmen des Gerolsteiners.

Und für jene, die darin schon Erfahrung haben …

JF … ist es genauso wie für die Anfänger wichtig, sich trotz aller Begeisterung nicht zu überschätzen. 108 Kilometer sind kein Pappenstiel – ein solche Strecke muss man sich einteilen, denn wenn man den eigenen Körper zu früh überfordert, wird es ganz schwer, das Ziel zu erreichen. Also: Nicht auf die anderen schauen, sondern sich selbst richtig einschätzen und sich selbst auch genug sein!

GYMPER by Layenberger versorgt die 3000 Teilnehmer der Jedermann-Tour mit je drei Beuteln GYMPER EAA+ Amino-Powder-Drink und einen GYMPER EAA Carbo Refresher-Drink. Was raten Sie den Teilnehmern für die Energieversorgung auf der Jedermann Tour?

JF Das passt natürlich sehr gut. EAA+ Drinks versorgen die Muskulatur mit allen wichtigen essenziellen und nicht-essenziellen Aminosäuren. Der Energieschub durch Koffein und Taurin kann auch gut helfen. Besonders freue ich mich über den Refresher-Drink mit seiner länger anhaltenden Wirkung bei der Abgabe der Kohlenhydrat-Mischung und der Wirkung gegen Heißhunger-Attacken. Das hilft bei hohen Belastungen UND bei der Regeneration. Dazu gibt es den Spruch: Regeneration fängt bei der Zieldurchfahrt an. Deshalb kann so ein Refresher-Drink wunderbar beim Ausrollen konsumiert werden. Dann unter die Dusche und erst dann zum Essen gehen – das macht Sinn.

Gibt es vielleicht noch einen Trick, den auch die meisten ambitionierten Amateurfahrer noch nicht kennen?

JF Ja, da habe ich was: Die Pasta-Orgien der vergangenen Zeiten sind out. Den Kohlenhydrat-Speicher lädt man besser durch mehrere, zeitlich über den ganzen Vortag verteilte, kleinere Portionen auf. Das bekommt den Körper insgesamt besser. Und im Sattel immer daran denken: Essen, bevor der Hunger kommt. Dann funktioniert die Maschine bis ins Ziel.

Und dort darf dann stolz gefeiert werden.

JF Natürlich. Und zwar mit Recht. Früher, als aktiver Profi, waren das einzigartige Momente. Ich habe es mir immer zur Pflicht gemacht, auf der letzten Etappe mal kurz neben dem Gesamtsieger zu rollen, um ihm persönlich zu gratulieren. Der Respekt kam auch immer ehrlich zurück. Alle, die im Radsport über den Zielstrich einer Etappe oder eines Rennens fahren, kommen irgendwie gemeinsam an und sind emotional miteinander verbunden. Auf den Champs-Élyseés genauso wie bei der Jedermann Tour.

Herr Fröhlinger, wir danken herzlich für das Interview und die wunderbaren Emotionen!


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