Kümmere Dich etwas mehr um Dich selbst

FCK-Fitnesstrainer Bastian Becker gibt in diesen Zeiten auch Tipps für ganz normale Menschen

Herr Becker, den FCK-Profis sagen Sie, wie Sie in dieser Zwangspause fitbleiben und sich vielleicht sogar verbessern können. Was raten Sie uns Normalos? Jetzt da alle Sportstudios, Schwimm- und Turnhallen geschlossen sind. Wie bleiben wir motiviert, um an unserer Fitness zu arbeiten?

„Hier in der Gegend sind wir alle doch sehr privilegiert. Einfach rausgehen in die Natur und die fast grenzenlose Weite des Pfälzerwaldes nutzen. Nicht am ersten Parkplatz gleich anhalten, sondern dort, wo kein anderes Auto steht. Und dann laufen, Rad fahren, spazieren gehen. Immer an der frischen Natur, die ganz von sich aus dabei hilft, aufzutanken.“

Ein klasse Ansatz, aber was soll ich dabei beachten?

„Nicht zu schnell zu viel machen. Das ist ganz wichtig. Lieber öfter und dafür langsam am Pensum feilen. Und sich einen Plan machen. Das, was bei dem anderen Leben, das wir jetzt so vermissen, zu selten geht. Da ist es doch oft so: Auf den letzten Drücker ins Gym und nach dem Training blitzschnell duschen und weg. Weil schon wieder was anderes auf der Tagesordnung steht.“

Helfen Sie uns bitte beim Plan fürs Trainieren?

„Gerne. Ich empfehle Menschen, die Fitness-Sport machen, gerade jetzt mal um ihre Vorlieben herum zu trainieren. Wer gerne läuft, kann jetzt zusätzlich was für die Kraft, Stabilität und Motorik tun. Wer gerne kräftig pumpt, darf sich sehr gerne mal die Herausforderung Ausdauer gönnen. Eben Abwechslung reinbringen.“

Trainiere Deine Schwächen …

„Exakt. Es gibt doch für alles auf YouTube wunderbare Videos. Balance-Übungen, Black-Roll, Dehnungen, Mobility-Programme. Vermutlich lernt der eine oder andere sich und seine körperlichen Fähigkeiten auch noch mal ganz anders kennen. Wenn er eben nicht auf dem letzten Drücker ins Gym hetzt und ballert, sondern Dinge ausprobiert.“

Zum Abschluss bitte noch ein, zwei Profitipps zum generellen Umgang mit dem Druck, den diese Krise auf unsere Schultern packt.

„Ich bin kein Mentaltrainer. Ich kann aber sagen, was für mich funktioniert: Die schon erwähnte Ruhe und Schönheit der Natur. Das zu genießen, kann sehr gut helfen. Wir sind ja aus dem Vollgas praktisch auf Null gebremst worden – das bringt immer Probleme mit sich.“

Wie aus einem extrem wichtigen Projekt direkt in den Urlaub zu gehen – viele sind dann erstmal tagelang nicht zu gebrauchen?

„Ja, aber die jetzige Situation ist kein Urlaub, sondern etwas Bedrohliches. Wir alle spüren die Anspannung. Es hilft sicher, etwas Positives dagegenzusetzen. Und es ist natürlich wichtig, etwas fürs Immunsystem zu tun. Selbst kochen. Gute Ernährung. Aber auch durch Vitaminpräparate und dergleichen. Es gilt der Satz: Kümmere Dich etwas mehr um Dich selbst – denn das kannst Du am besten.“