Als nichts mehr ging, ging's auf den Dachboden

Fitness-Tipps von Powerfrau und
Puma-Markenbotschafterin
Nina Meinke 
Teil 2 Höchstleistung und Konzentration 

Es gibt den alten Spruch: Trainiere nicht nur deine Stärken, kümmere Dich auch um Deine Schwächen. Wie schaffst Du das? Ganz ehrlich: Das ist das Einzige, was Corona an Positivem gebracht hat. Mein Trainer und ich hatten erzwungenermaßen extrem viel Zeit. Wir haben viel trainieren können, was sonst im Wettkampfbetrieb nur angerissen wird. Viel Balancearbeit. Verbesserung der Schlaghärte. Beweglichkeit. Und so weiter …

Liegestützen auf alten Holzschlitten in einem rustikalen Dachboden sieht man ja auch eher selten.
Genau. Weil alle Gyms geschlossen waren, mussten wir improvisieren. Aber dadurch gab es auch viel Neues, neue Trainingsreize. Wie eben die verrückte Location auf einem Dachboden, den ich inzwischen megacool finde. Abwechslung und auch mal eine verrückte Übung bringen ein bisschen Lockerheit in den schweißtreibenden Alltag. Ich habe das Gefühl, dass ich noch einmal deutlich besser geworden bin. Hoffentlich kann ich das so schnell wie möglich wieder zeigen.

Ninas Training auf dem Dachboden im Sportschau-Video: https://bit.ly/NinaGYMPER

Führe uns bitte mal durch eine Deiner Hochleistungs-Trainingseinheiten. Wie lange fährst Du die Maschine hoch, um es mal so auszudrücken.
Aufwärmen und locker werden sind extrem wichtig. Seilspringen. Dehnen. Schattenboxen. Mindestens 15 Minuten, manchmal auch länger – so lange brauche ich schon, bis ich wirklich das Gefühl habe, dass ich auf Temperatur bin. Der Vergleich mit der Maschine trifft es schon. Du merkst beim Anschwitzen, wie die Bewegungen und Übungen vom Gefühl her, naja, schmieriger werden. Wie ein Motor, in dem das Öl langsam heiß wird.

Und dann wird geballert, bis der Tank leer ist?
Das kommt natürlich oft vor, aber nicht immer. Ich habe ja einen Trainingsplan und einen Trainer, der aufpasst, dass der Plan eingehalten wird. Wenn ich alleine trainiere, halte ich mich genau an die Vorgaben, weil ich weiß, dass es Sinn macht.

Also Training für den Zweck und nicht für die Galerie?
Logisch. Kein ernsthafter Sportler macht in der Trainingshalle auf Posing. Wir wissen, was wir können. Wir ziehen das durch – das ist Befriedigung genug. Ganz im Ernst: Ich habe fast 80 Kämpfe gemacht. Ich genieße meinen Sport und was ich kann. Aber ich mach‘ das alles ja nicht nur zum Spaß!

Nicht mal ein klitzekleines bisschen Show?
Nochmal: Ich trainiere verdammt hart und mit dem Ziel, beim Wettkampf dann Spitzenleistung abzuliefern. Das steht über allem. Wobei ich als Frau schon den Vorteil habe, dass ich sehr oft mit Jungs trainiere. Da gebe ich gerne zu, dass mich das motiviert. Mitzuhalten und eventuell auch mal besser zu sein. Das spornt mich an, keine Frage. Und da fliegen dann die Sprüche hin und her. Aber Showtraining gibt es bei mir nicht.

In Teil 3 des Interviews verrät
Nina Meinke
nächste Woche ein großes Geheimnis